Vision ChristNet
Kurzvision
Langvision
Feststellung: Die Liebe erkaltet
Die Alternative: Eine Politik für die Schwächsten
Die Umsetzung: Aufklärung, Ermutigung, Gebet
Glaubensbekenntnis
Glaubensbekenntnis der Vereinigten Bibelgruppen VBG
Apostolisches Glaubensbekenntnis
Kurzvision
ChristNet ist ein Forum, in dem Themen im Bereich der
Sozial-, Wirtschafts-, Umwelt-, Kultur- und Entwicklungspolitik kritisch
behandelt und umgesetzt werden.
ChristNet-TeilnehmerInnen haben und leben ein klares
Christusbekenntnis und sind bereit, sich selber, ihre Frömmigkeit, ihre
Werte und ihr Verhalten immer neu zu hinterfragen und entsprechend zu ändern.
ChristNet hat zum Ziel, durch eine Politik der
Nächstenliebe die Liebe Jesu zu den Menschen in der Gesellschaft weltweit
konkret sichtbar werden zu lassen.
ChristNet ergreift darum Partei für die schwächsten
Glieder der Gesellschaft. In diesem Sinne setzt es sich für einen Staat,
eine Wirtschaft und eine Gesellschaft, die den Schutz der Schwächsten
wahrnehmen; für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt; für eine
Beseitigung des Nord-Süd-Gefälles; sowie gegen das neoliberale Gedankengut ein.
ChristNet strebt dies an durch Sensibilisierungs- und
Aufklärungsarbeit in den Kirchen und in der Öffentlichkeit und durch politisches
Engagement. Seine TeilnehmerInnen sind aufgerufen, ihre gesellschaftlichen
Ideale im Alltag zu leben.
Langvision
Feststellung: Die Liebe erkaltet
Wir stellen vor allem in der
westlichen Welt eine allgemeine Tendenz der Desolidarisierung, die wir mit der
Aussage Jesu zusammenbringen, die Liebe werde bei vielen erkalten (Matthäus
24,12). Unseres Erachtens beruht dies auf folgenden drei Punkten, die in gegenseitiger
Abhängigkeit stehen: dem zunehmenden Individualismus, dem Eingriff des
wirtschaftlichen Denkens auf alle gesellschaftlichen Bereiche, sowie der immer
grösseren Angst um das eigene Wohl.
Zahlreiche ChristInnen sind
genauso von diesem Mentalitätswandel erfasst wie die NichtchristInnen. In den
letzten Jahrzehnten ist ihre Sicht ebenfalls egozentrischer geworden, dies
sowohl auf geistlicher wie auch auf gesellschaftlicher Ebene: Die Frage der
eigenen Errettung und Moral steht im Vordergrund, die Liebe zum Nächsten und
das Sorgen für sein Wohl sind aus dem Blickfeld geraten. Die Verantwortung für
sich selbst hat die Verantwortung für das Wohl des Nächsten und der Welt
vergessen lassen.
Die Alternative: Eine Politik für die
Schwächsten
Jesus hat uns neben der Errettung durch den Glauben radikale
Nächstenliebe gepredigt und uns angewiesen, in unserem ganzen Handeln das Wohl
des Nächsten (und damit das Allgemeinwohl) ins Zentrum zu stellen.
Wir wollen diese Nächstenliebe, diese Agape, wieder neu
erwecken, d.h. dazu aufrufen und beitragen, dass die Welt von der Liebe Jesu
geprägt wird. Dadurch soll Gott in unserer Gesellschaft sichtbar werden. Dies
beginnt mit der Christenheit, die neu für das Wohl des Nächsten sensibilisiert
wird und dadurch ein kraftvoller Multiplikator von Gottes Liebe wird. Ziel ist
es, dass wir ChristInnen durch die Erfahrung der Liebe Gottes unsere Ängste
verlieren, wie Johannes in seinem ersten Brief schreibt: ?Furcht ist nicht in
der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.? (4,18) So
werden wir befähigt, unsere Eigeninteressen zu hinterfragen und
hintanzustellen. Erst dadurch erhält die Nächstenliebe in uns Raum und kann in
der Welt ungehindert Frucht tragen.
Wir wollen herauskristallisieren, wie diese radikale Nächstenliebe
und die daraus abgeleiteten Werte im persönlichen und gesellschaftlichen
Handeln umgesetzt werden können. Bei dieser Analyse sollen die Taten, die Lehre
und das Heilswirken Jesu im Zentrum stehen.
Besonderes Augenmerk soll auf das gesellschaftliche und
politische Handeln gelegt werden, da die Nächstenliebe hier oft vergessen wird.
Insbesondere die schwächsten Glieder der Gesellschaft scheinen uns heute
gefährdet, da sie keine Macht und kaum eine Lobby haben. Doch schon Jesus
predigt uns den Schutz der Schwächsten, indem er sich ganz mit ihnen
identifiziert: ?Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; [...]
ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt; [...] ich war im Gefängnis, und
ihr seid zu mir gekommen.? (Matt. 25,35-36)
Wir glauben nicht an das neoliberale Menschenbild, das
besagt, dass jeder und jede alleine alles erreichen und sich selber schützen
könne, wenn er oder sie nur wolle, und dass gesellschaftlicher Schutz nur
entmündigend wirke.
Die Themen, die wir kritisch analysieren möchten, sind
deshalb die Wirtschaftstheorien, die Wirtschaftspolitik, die Staatspolitik, das
Sozialwesen, die Kulturpolitik, die Entwicklungspolitik und der Umweltschutz.
In all diesen Bereichen ist unsere Verantwortung gegenüber den Nächsten und damit
unsere Nächstenliebe gefordert. Wir stellen fest, dass unsere besondere
Ausrichtung auf das Wohl der ganzen Gesellschaft und vor allem auf das Wohl der
Schwächsten uns in unseren Stellungnahmen oft in das linke politische Spektrum
führt, da die rechte Politik stärker auf Individualismus und die liberale Idee
des ?jeder für sich? setzt. Wir folgen in unseren Überlegungen jedoch nicht
einer bestimmten Partei und können bei gewissen Fragen durchaus ähnliche
Positionen einnehmen wie die politische Rechte. Wir wollen jedoch klar
aufzeigen, dass eine biblische Haltung bei den oben genannten Themen
keinesfalls ?rechts? sein muss, was besonders in freikirchlichen Kreisen leider
noch allzu oft angenommen wird. Diese Kreise konzentrieren sich hauptsächlich
auf moralpolitische Themen und haben sich deshalb die Linke zum Feindbild
genommen.
Die Umsetzung: Aufklärung, Ermutigung, Gebet
Wir greifen mit Diskussionsbeiträgen, Aufklärungs- und
Sensibilisierungsarbeit zu den oben genannten Themen in die politische und
gesellschaftliche Debatte ein. Dabei mobilisieren wir sozial denkende
ChristInnen und interessieren zunächst die Kirchen für diese Themen. In einem
zweiten Schritt wenden wir uns an die breite Öffentlichkeit und die
EntscheidungsträgerInnen.
Unser Appell gilt nicht nur dem politischen und
gesellschaftlichen Handeln: Wir rufen die ChristInnen dazu auf, öffentliche
Verantwortung in Ämtern und am Arbeitsplatz zu übernehmen und diese
Nächstenliebe auch in allen anderen Bereichen des täglichen Lebens konsequent
zum Ausdruck zu bringen. ChristNet ist darum auch ein Ort der gegenseitigen
Ermutigung.
Das Gebet nimmt bei all unseren Aktivitäten einen zentralen
Platz ein. Ohne Gebet und Gottes Unterstützung nützt all unser Schaffen nichts
(?Wenn der Herr nicht das Haus baut, so mühen sich umsonst, die daran bauen.?
Psalm 127,1). Wir sind auf sein ständiges Leiten angewiesen, denn wir wollen
Seinen Willen tun und nicht unseren. Dies bedarf, dass wir dauernd aktiv auf
Ihn hören. Auch ChristNet selber braucht unaufhörliches Gebet. Zudem ist das
Gebet für die Schwachen und für die Liebe in Politik und Wirtschaft ebenso
wichtig wie unsere materiellen und ideellen Beiträge. Darum fördern wir die
Gründung regionaler Gebetstreffen.
3. September 2001
Die Glaubensbasis von ChristNet beruht auf dem
Glaubensbekenntnis der Vereinigten Bibelgruppen (www.bibelgruppen.ch) und dem
Apostolischen Glaubensbekenntnis.
Glaubensbekenntnis der Vereinigten
Bibelgruppen VBG
Gott Vater,
Sohn und Heiliger Geist sind eins.
Gott allein
ist Herr in Schöpfung, Erlösung, Endgericht und Offenbarung.
Die Heilige
Schrift ist von Gott eingegeben und völlig vertrauenswürdig. Sie ist höchste
Autorität in allen Fragen des Glaubens und Lebenswandels des Gläubigen.
Seit dem
Sündenfall sind alle Menschen der Sünde und Schuld vor Gott verfallen und darum
seinem Zorn und der Verdammnis unterworfen.
Jesus
Christus, der fleischgewordene Sohn Gottes, hat diese Verdammnis auf sich
genommen und ist für uns am Kreuz gestorben; allein durch seinen
stellvertretenden Opfertod befreit uns Gott von der Sünde.
Der Herr
Jesus Christus ist leiblich von den Toten auferstanden und zur Rechten Gottes,
des Vaters, erhöht.
Der Heilige
Geist bewirkt die Wiederherstellung des Menschen.
Gott
rechtfertigt den Sünder aus Gnade allein durch den Glauben.
Der Heilige
Geist wohnt und wirkt im Gläubigen.
Der Leib
Christi ist die eine, heilige und allgemeine Gemeinde aller wahren Gläubigen.
Die Gemeinde
wartet auf die persönliche Wiederkunft des Herrn Jesus Christus.
Apostolisches Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige allgemeine Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.