Gottes Turbo: Missionare der
Barmherzigkeit

Vorwort
von Hanspeter Nüesch für die Sonderausgabe „Christustag
2010“ des Büchleins „Der
Löwe des Lichts“ (Scott
MacLeod)
Ich wurde gebeten, zur vorliegenden
Christustag-Sonderausgabe des Büchleins „Löwe des
Lichts“ ein einleitendes Wort zu schreiben. Ich mache das
gerne, insbesondere nachdem ich den Autor als integren Christen
persönlich kennen lernen konnte.
Gottes Bestimmung für die Schweiz
Ende der Siebziger Jahre –
wir nahmen gerade die „Aktion Neues“ Leben in Angriff,
die in den folgenden zehn Jahren in grossen Teilen der Schweiz
durchgeführt werden sollte – empfanden wir Gottes starkes
Reden, dass ebenso wichtig wie die Evangelisierung unseres eigenen
Landes das Teilen unserer Schweizer Gaben mit der Welt ist. Vor
unserem geistigen Auge sahen wir, wie Ströme von Gottes Liebe in
Form von Menschen, Know-how, Gebet und Finanzen von der Schweiz aus
in alle vier Himmelsrichtungen in die Welt hinaus fliessen und
überall, wo sie hingelangen, Leben bringen.
Personen
ausserhalb unseres Landes bestätigten diesen Eindruck in der
Folge. Wir gewannen die Überzeugung, dass eine Erneuerung
unseres Landes eng damit verknüpft ist, dass die Schweiz, und
insbesondere die Schweizer Kirche, ihre reichen, von Gott erhaltenen
Gaben mit der Welt teilt. Jemand drückte es so aus: „Reaching
Switzerland by reaching the world“
(„Die
Schweiz erreichen, indem wir die Welt erreichen“). Ja noch
mehr: Wir empfanden, dass es für uns Schweizer mindestens so
wichtig ist, zu geben, wie für die ärmeren Länder zu
empfangen. In die Tat umgesetzte Barmherzigkeit und Grosszügigkeit
würde uns vom Fluch des Götzen Mammon befreien, sodass wir
als Schweizer in unsere gottgegebene Bestimmung hineingelangen
könnten.
Echte Freunde, glaubwürdige
Christen
In den folgenden Jahren habe ich
auf meinen Projektreisen im Ausland gesehen, wie viel bleibender
Segen durch einen relativ kleinen Schweizer Beitrag ausgelöst
werden kann. Immer wieder erlebte ich, dass uns Schweizern im Ausland
wegen unserer politischen Neutralität und unserem
Qualitätsbewusstsein viel Goodwill entgegengebracht wird, gerade
auch in ehemals kommunistischen Ländern und im Nahen Osten. Ich
spürte etwas von Gottes grosser Liebe für die Menschen, in
Russland, Nepal, Ruanda, Kuba, China und Nordkorea. Ja, Nordkorea.
Nachdem wir die Bibel, eine Kuhglocke mit Schweizer Kreuz und ein auf
Christus hinweisendes prophetisches Wort an die Verantwortlichen
weitergeben hatten, gab ein Vertreter der Regierung in seiner
Ansprache seine Dankbarkeit zum Ausdruck, dass wir Schweizer ihnen
als erstes Land in ihrer Not beigestanden hätten. Die Schweizer
hätten sich als echte Freunde und glaubwürdige Christen
erwiesen.
Echte Freunde, glaubwürdige
Christen – ich denke, darum geht es. Das muss immer neu bei uns
zu Hause beginnen. Die Vision hinter dem Christustag ist ein
schweizweites Netz von offenen Häusern, in denen unsere
Mitmenschen echte Freundschaft und Zuneigung erleben. „Häuser
der Hoffnung – Orte der Freundschaft“ sollen Gottes Liebe
erfahrbar machen und Menschen auf den Einzigen hinweisen, der
nachhaltig helfen kann: Jesus Christus.
Ich stimme mit dem Autor des
vorliegenden Büchleins überein, dass wir Schweizer uns zu
diesem Zweck der Knechtschaft des Geldes entledigen müssen. Wir
tun dies am besten, indem wir gegenteilig handeln und unseren
Reichtum mit den Bedürftigen teilen, den Nahen und den Fernen.
So werden wir aus Knechten des Mammon Missionare der Barmherzigkeit.
Aus Söldnern und Hehlern (Stichwort Bankgeheimnis) werden
Friedensstifter und Brückenbauer. Wir Schweizer haben die Gabe
des Verwaltens von uns anvertrauten Gütern. Nutzen wir diese
Gabe, um Schätze im Himmel anzuhäufen! Wenn wir nur
erkennen könnten, welch grosser Segen durch einen einzigen
Fünfliber in der Welt ausgelöst werden kann! Ein
kubanischer Evangelist und Gemeindegründer verdient
durchschnittlich fünf Fünfliber im Monat, ein nepalesischer
15 Fünfliber, ein russischer 25 Fünfliber.
Als Gottes Verwalter zum Segen für
die Welt
Auf dem Rand unseres Fünflibers
ist ein starkes christliches Bekenntnis eingeprägt: „Dominus
providebit“ („Der Herr wird versorgen“). Gott
ist der Eigentümer des Besitzes, wir sind nur dessen Verwalter.
Wir verwalten die uns anvertrauten Güter nur dann gut, wenn wir
uns immer neu bewusst werden, dass letztlich Gott unser Versorger
ist. Aber wir haben die Aufgabe, als Haushalter der Gaben Gottes
diese zum Wohl der Menschen einzusetzen.
Wir Schweizer haben besonders viel
anvertraut bekommen. Das bedeutet Verantwortung, aber auch die
Chance, ein grosser Segen für die Welt zu sein. Es ist aber
nicht damit getan, dass wir nur etwas von uns mit den
Bedürftigen dieser Welt teilen. Es geht darum, dass wir unser
ganzes Leben mit ihnen teilen: „… so hatten wir
Herzenslust an euch und waren bereit, euch nicht allein am Evangelium
Gottes teil zu geben, sondern auch an unserem Leben; denn wir hatten
euch lieb gewonnen.“ (1. Thessalonicher 2,8) Die meisten
von uns werden diesen Auftrag in der Schweiz leben. Mehr und mehr von
uns werden aber als Botschafter von Gottes Barmherzigkeit in die Welt
hinaus gesandt werden, um den Menschen dort in Tat und Wort Gottes
Liebe zu bezeugen.
Der Gründer des Roten Kreuzes,
der Genfer Henry Dunant, dessen Todestag sich 2010 zum 100. Mal
jährt, hat als Banker den Fluch des Mammon erlebt: Seine
Grossinvestition in ein Kornmühlenprojekt in Algerien ging
verloren und mit ihr sein Hab und Gut. Er hat aber auch erlebt, was
für ein Segen es bringt, wenn wir zuerst an andere denken und
ihnen gegenüber Gottes Mitgefühl zeigen und leben. Das Rote
Kreuz ist zu einem weltweiten Synonym für gelebte Barmherzigkeit
geworden. Kürzlich hat das kommunistische Nordkorea Henry Dunant
mit einer Sondermarke geehrt. Dabei ging es Henry Dunant in seinen
eigenen Worten nur darum, „ein Jünger Jesu wie im
ersten Jahrhundert zu sein und sonst nichts“.
Aus der Jesusbegegnung Barmherzigkeit
leben
Ich
glaube zutiefst, dass von der Schweiz aus bald Erweckungsströme
in alle Teile der Welt hinausfliessen werden. Im zunehmenden
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chaos werden wir gleichzeitig
eine wachsende geistliche Ernte einbringen helfen. Je dunkler es in
der Welt wird, desto heller wird das Licht Christi scheinen.
Verstecken wir dieses Licht nicht! Legen wir den Turbo ein; und zwar
nicht, indem wir noch mehr als schon bisher in rein menschlicher
Kraft rotieren, sondern indem wir täglich die Begegnung mit
Jesus Christus und seinem Wort suchen. Täglich, mit weniger geht
es nicht. „Kneel
to God: Stand up to Life“ („Knie
nieder vor Gott; erhebe dich zum Leben“), so lautet ein
bekannter Buchtitel von Don Summers. In der Begegnung mit Christus
werden wir immer neu vom Heiligen Geist zum Dienst ausgerüstet
werden. Unser göttlicher Auftraggeber wird uns leiten und uns
zeigen, wie wir wann welchen Menschen Gottes Liebe zeigen können.
Dieses Büchlein ist eine
grosse Ermutigung, um angetan mit der göttlichen Waffenrüstung
Botschafter der Liebe und Barmherzigkeit zu sein. Ich habe diese
prophetischen Worte von Scott MacLeod mehrmals gelesen und wurde
dabei immer neu ermutigt, im geistlichen Kampf um wertvolle
Menschenleben nicht nachzulassen, sondern mit Gottes Hilfe neu den
Turbo einzulegen. Wenn Sie durch die Lektüre dieses Büchleins
gesegnet wurden, dann geben Sie es an andere weiter, sodass bald eine
wachsende Bewegung von Missionaren der Barmherzigkeit einen heilenden
Gegentrend in vielen Teilen der Welt setzt. Das wird nicht zuletzt
auch zum Segen für unser Land werden und uns von der
Knechtschaft der Gier und des Materialismus’ befreien.
Abschliessend ein weiteres Wort von
Henry Dunant, den die Schweizer Familie kürzlich als
„grössten Schweizer“ bezeichnet hat:
„Wacht
aus Eurer Trägheit auf, aus Eurer schuldhaften Gleichgültigkeit,
aus Euren nichtigen, provinziellen Streitereien, die häufig
absolut spitzfindig sind. Es gibt erhebende Stunden auf dem
Zifferblatt der Geschichte. Verpasst nicht die Gunst des Augenblicks
und dieses günstige Jahr! Denkt daran! Die Utopie von heute wird
häufig morgen zur Realität!“
02-06-2010
Dossier: Die Schweiz und das liebe Geld : Seit der Lancierung 2001 interessiert sich ChristNet für das Problemfeld Geld in der Schweiz: Finanzplatz, Bankgeheimnis, Steuerparadies usw. – es fehlt nicht an Themen. ... (ChristNet)