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Forum chrétien traitant du social, de l'économie, de l'environnement, de la culture et du développement

 

Forum chrétien traitant du social, de l'économie, de l'environnement, de la culture et du développement

Forum von ChristInnen für Soziales, Wirtschaft, Umwelt, Kultur und Entwicklung

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Globalisierung

Was ist Globalisierung?

Unter Globalisierung kann allgemein die immer stärkere Interaktion aller Teile der Welt verstanden werden. Dies betrifft viele verschiedene Bereiche:

  • vermehrte Reisen, vor allem aus den Industrieländern in andere Teile der Welt
  • zunehmende Fern-Migration
  • zunehmende Kommunikation zwischen den Erdteilen, wobei diese durch das Internet einen starken Schub erhalten hat
  • Handel und Finanzmärkte:
    • zunehmendes Drängen auf neue Märkte (da die Heimärkte gesättigt sind und das immer stärkere Wachstum von Unternehmen ihnen eine vermehrte Expansion ins Ausland erlaubt)
    • zunehmender Abbau der Zollschranken. In Zukunft auch Abbau von indirekten "Hindernissen" (Normen und Subventionen von einheimischen Produzenten)
    • Zudem: mit zunehmender Handelsmenge fallen die Transportkosten, was wiederum den Handel verstärkt
  • Kulturelle Angleichung durch all die vorhergehenden Faktoren, vor allem Angleichung aller Länder an die westliche Lebensweise

Was uns hier besonders beschäftigt und von kritischer Wichtigkeit ist, ist die wirtschaftliche Globalsierung, und zwar

  • Weil aufgrund des Einflusses der Wirtschaft in alle Lebensbereiche der wirtschaftlichen Globalisierung zentrale Bedeutung zukommt
  • Weil es hier auch um ganze Staatsmodelle, Gesellschaftsmodelle, Menschenbilder und Lebensphilosophien geht (Zum Beispiel in folgenden grundsätzlichen Oppositionen: alles privat <-> alles für alle zugänglich; Chancengleichheit <-> unterschiedliche Lebenschancen; alles käuflich und business <-> gewisse Bereiche nicht Business, sondern Kultur; etc.)
  • Weil in diesem Bereich Globalisierung nicht einfach geschieht, wie gewisse Politiker glauben machen, sondern aktiv geformt, gefördert oder verhindert werden kann
  • Weil in diesem Bereich Globalisierung für das Leben und die Lebenschancen von Milliarden von Menschen direkte Konsequenzen hat!

Wer stellt nun aber die Regeln dieser Globalisierung auf? Wer steckt dahinter? Wer drängt auf die Liberalisierung des Welthandels? Wir stellen im Folgenden die Hauptakteure vor.

Hauptakteure

World Trade Organization (WTO)

In den 30er Jahren hatten alle Länder mit protektionistischen Massnahmen auf die weltweite Wirtschaftskrise reagiert und die Krise damit verschlimmert. Im Jahre 1947 beschlossen die Industrieländer, dass die Zölle deshalb generell abzubauen und der Freihandel zu fördern sei. So wurden die GATT-Verhandlungen gestartet (General Agreement on Tariffs and Trade).Von damals im Schnitt 45 % sind die Zölle inzwischen schon auf 3% gesunken.

An der sogenannten Uruguay-Runde , die bis 1995 dauerte, wurden zum ersten Mal auch neue Themen diskutiert, so z.B. der Schutz des geistigen Eigentums, der Abbau von handelsbehindernden Normen (nationale Fabrikationsnormen, aber auch Umwelt- und Gesundheitsnormen!), Erleichterung von Auslandinvestitionen, Zugang zu öffentlichen Aufträgen und der Abbau von Subventionen auch für Dienstleistungen. Der Handel und das Business sollte keine noch so kleine Einschränkung mehr haben. So konnte Frankreich nur schwer durchsetzen, dass es das Recht hatte, das einheimische Filmschaffen zu subventionieren, weil Film mehr ist als nur Business, wie es amerikanische "Marktkonkurrenten" sehen...

1995 wurde aus dem GATT das WTO, die World Trade Organization. Was in der Uruguay-Runde schon diskutiert, aber meist nicht verwirklicht worden ist, sollte diese Organisation mit weiteren Verhandlungsrunden zum Durchbruch verhelfen. Die neuste Runde wurde im 1999 in Seattle begonnen, wo sie aber stecken blieb, einerseits wegen Uneinigkeit zwischen den Industrie- und den Entwicklungsländern, andererseits auch behindert durch Massenproteste. Gerade erst am vergangenen Wochenende, im protestfreien Doha (Katar), wurde ein Grundsatzpapier verabschiedet, das Verhandlungsgrundsätze für die nächste Runde festhält. Diese wird etwa drei Jahre dauern und vor allem Liberalisierungen im Dienstleistungssektor zum Ziel haben, den GATS (General Agreement on Trade and Services): So sollen auch öffentliche Dienste wie Schulen und Spitäler ausländischen Investoren offen stehen, und diese dürfen nicht gegenüber einheimischen Anbietern benachteiligt werden. Wenn also ein amerikanischer Schulkonzern Schulen billiger betreibt als eine schweizerische kantonale Schulbehörde, so muss der Staat dem amerikanischen Konzern seine Schulen zum Betreiben geben. Je nach Ausgestaltung könnte es soweit kommen, dass der Staat keine eigenen Schulen mehr betreiben darf, weil dies als Subvention gilt und er damit andere Marktteilnehmer benachteiligt. Diese GATS-Verträge würden also die Privatisierung des gesamten öffentlichen Sektors bedeuten. Damit würde erstens der Zugang zu genügender öffentlicher Versorgung nur noch für kaufkräftige Schichten gewährleistet, und zweitens wichtige gesellschaftliche Bereiche der demokratischen Kontrolle entzogen.

Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF)

Die sogenannten Bretton Woods ?Institutionen wurden 1944 von den Westalliierten ins Leben gerufen und sollten den Finanzsektor so gestalten, dass weltweite Krisen wie in den 30er Jahren verhindert werden.

  • Die Weltbank sollte günstige Kredite für Wiederaufbau und Entwicklung geben. Sie ist auch die Urheberin des Marshall-Planes für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Europas.
  • Der IWF sollte für die Liberalisierung des Kapitalverkehres sorgen und vor allem den Notenbanken als Sicherheit zur Verfügung stehen, wenn sie in Not geraten.

Die Hauptgeldgeber der beiden Institutionen sind die reichen Länder des Nordens, die sogenannten G10 (die zehn wirtschaftsstärksten Staaten). Sie haben denn auch die meisten Stimmen in den entsprechenden Gremien und beherrschen die Geld- und Wirtschaftspolitik des IWF und der Weltbank. Unter diesen Ländern hat die USA zudem den grössten Einfluss. Ohne ihre Zustimmung kann kein Direktor dieser Institutionen gewählt werden. Ihre Wirtschafts- (und Gesellschafts-) philosophie beherrscht die Institutionen. In den letzten zwei Jahrzehnten haben der IWF und die Weltbank denn auch denselben Wandel in der Wirtschaftspolitik mitgemacht wie die USA, und zwar zum Neoliberalismus: die Kredite, auch diejenigen für die in Not geratenen und verschuldeten Länder, wurden an Bedingungen geknüpft, die den Umbau der Wirtschaft und des Staates zum neoliberalen System erforderten: Austerität (radikale Kürzungen des Staatsbudgets auf Kosten der Gesundheit und der Bildung), Privatisierung (z.B. der Wasserversorgung), freier Marktzugang für ausländische Unternehmen, etc.

Trotz Protesten in aller Welt sind das IWF und Weltbank zu keinerlei Änderung ihrer Zwangspolitik bereit. Stanley Fisher, Chef des IWF, meint dazu einfach "Es gibt nur eine Wirtschaftstheorie", was wir eben bestreiten.

OECD

Die westlichen Industrieländer haben sich nach dem 2. Weltkrieg zur OECD zusammengeschlossen. Diese Organisation führt Studien zur Wirtschaftspolitik und Handel zwischen den OECD-Staaten durch und bildet gleichzeitig ein Forum für die wirtschaftliche Zusammenarbeit. In diesem Rahmen wurde Mitte der 90 erJahre im Geheimen ein Abkommen ausgehandelt, das Staaten verbietet, ausländische Unternehmen auch nur indirekt am Marktzugang zu behindern. Bei diesem "Multilateralen Investitions-Abkommen" (MAI) wären Staaten einer OECD-Wirtschaftsgerichtsbarkeit unterworfen gewesen, die auf Klage von Unternehmen fragliche Gesetze von Staaten hätte aufheben können. Dieses geplante Abkommen hätte zum ersten Mal in der Geschiche nicht nur die faktische, sondern auch das legale Primat der Wirtschaft gegenüber dem demokratischen Staat gegeben. Nachdem NGO?s diese Pläne im 1997 an die Öffentlichkeit getragen hatten, formierte sich in vielen Ländern Widerstand auf der Strasse, und die Französische Regierung war im 1998 nicht mehr bereit, dieses Abkommen weiterzutragen, was die Pläne zum Scheitern brachte. Inzwischen hat eine ähnliche Bestimmung im nordamerikanischen NAFTA-Abkommen (USA, Kanada und Mexiko) aber Aufnahme gefunden, was bereits erste namhafte Konsequenzen hatte: so musste zum Beispiel die Kanadische Regierung das Verbot eines krebserregenden Benzin-Zusatzstoffes zurückziehen, weil der amerikanische Produzent dieses Stoffes auf Benachteiligung klagte. Ein ähnlicher Fall betraf die kalifornische Regierung. Und eine mexikanische Stadt musste die Schliessung einer privaten Giftdeponie, die das Grundwasser verseuchte, auf Klage der ausländischen Besitzerfirma wiederaufheben...

UNO

Hat die UNO hier nichts zu sagen? Je länger je weniger. Diejenigen UNO-Organisationen, die sich mit Wirtschaft und mit Handel beschäftigen (UNCTAD, BIT, etc.), wurden vor allem von den USA finanziell abgeschnitten. Man muss wissen, dass in den entsprechenden UNO-Organisationen jedes Land gleich viel Stimmen und damit Einfluss hat, dies im Gegensatz zu IWF, Weltbank und WTO, wo die USA und die westlichen Staaten beherrschend sind.

Theorie und Interessen

Wir müssen uns bewusst sein, dass nicht einfach eine objektive Wirtschaftstheorie hinter diesen Bestrebungen nach Liberalisierungen des Welthandels steht. Im Zentrum der für den Welthandel angeführten Grundlagen steht die Theorie der komparativen Vorteile. Diese besagt, dass sich Staaten auf die Produktion von Gütern konzentrieren sollen, die sie im Vergleich zu den anderen Staaten im Preis/Leistungsverhältnis am Besten herstellen können. Wenn alle Staaten dies tun und ihre Güter weltweit handeln, dann wird maximale Effizienz und Qualität gewonnen, und die Wirtschaft wächst überall. Wie so viele Wirtschaftstheorien besticht auch diese durch ihre Monokausalität. Sie unterschlägt, dass andere Faktoren viel wichtiger sind, hier konkret, dass "Besser können" meist "tiefere Löhne, Sozialstandards und Steuern" heisst, was die Preise senkt... Weitere theoretische Voraussetzungen für diese Theorie sind in der Realität mitnichten gegeben:

  • Gleich starke Handelspartner: dies ist nie der Fall, besonders nicht zwischen erster und dritter Welt
  • Statische Wirtschaft: leider sinken die Terms of Trade für die 3. Welt ständig, sie erhalten immer weniger für ihre Spezialitäten... Dasselbe gilt für die Wechselkurse.
  • Vollbeschäftigung: leider treffen wir nirgendwo Vollbeschäftigung an, im Gegenteil bewirkt die überall gegenwärtige Arbeitslosigkeit Lohndumping
  • Externe Transportkosten: leider hat die Welt nicht nur die Vorteile des Handels, sondern auch die Umweltschäden zu tragen.
  • Vollständige Konkurrenz und Information:auch dies ist eine Illusion

Wir sehen, dass die theoretische Basis für die Welthandelsliberalisierung schwer hinkt. Weitere Basis ist die neoliberale Wirtschaftstheorie.

Diese Theorie hat seine Wurzeln in einer gesellschaftlichen Weltanschauung, im Liberalismus, dem ein spezifisches Menschenbild zugrunde liegt. Es besagt, dass jedes Individuum alles erreichen kann und dass die Freiheit deshalb unter keinen Umständen eingeschränkt werden darf. Zudem wird jeder am glücklichsten, wenn jeder frei nur für sich selber schauen muss. Im Gegenteil würde Schutz der Schwachen deren Bevormundung bedeuten und ihre Selbstverantwortung schwächen. Dieses Weltbild ist selbstverständlich angenehm zu glauben und wird deshalb tendenziell auch eher geglaubt als eine Konzeption, die Einschränkung unserer egoistischen Triebe zugunsten des Nächsten verlangt.

Dasselbe Phänomen sehen wir auf wirtschaftlicher Ebene. Auch hier sind die Perspektiven und die Handlungen von Interessen geleitet, man folgt dabei Theorien, die besser passen als andere. Die die zuvor genannten, internationale Organisationen und den Welthandel beherrschenden Staaten haben ein Interesse, dass sie ihre hochwertigen Produkte in neuen Märkten absetzen können. Sie versuchen, als Interessenvertreter der jeweils einheimischen Wirtschaft möglichst gute Konditionen zu erreichen. Bundesrat Couchepin tut auf seinen Auslandreisen auch nichts anderes. Hinter den Wirtschaftsministern und auch direkt hinter den internationalen Organisationen arbeitet die Lobby der multinationalen Unternehmen, die ebenfalls versuchen, ihre Interessen geltend zu machen. Sie können dabei enorme Mittel frei machen. Man muss sich vor Augen halten, dass zum Beispiel das Budget vonGeneral Motors grösser ist als das Bruttosozialprodukt Dänemarks. Und je freier der Handel und die Verschiebung von Arbeitsplätzen ist, desto mehr haben Staaten ein Interesse, sich die Gunst der Unternehmen zu sichern. Die Multis und auch mittlere Unternehmen vor allem in bestimmten Sektoren haben zudem ein grosses Interesse an der Privatisierung von staatlichen Aufgaben, denn auch dies öffnet neue Märkte.

Insgesamt sehen wir eine Verquickung und Wechselwirkung der Wirkungsfaktoren zwischen strukturell bedingten gesellschaftlichen Wertsystemen, der öffentlichen Meinung, wirtschaftlichen Theorien sowie Propaganda durch wirtschaftliche Interessen. In diesem Kontext ist das Handeln der Staaten unter Druck der Multis und der Bevölkerung zu sehen.

Je liberalisierter der Handel und die Gesetze, desto mehr werden die Staaten durch die Wirtschaft gegeneinander ausgespielt, denn die Unternehmen suchen sich die Standorte und Investitionesobjekte aus, die am gewinnträchtigsten sind, und dabei sind Faktoren wie tiefe Steuern, tiefe Löhne, tiefer Arbietnehmerschutz und keine Umweltauflagen leider vorherrschend. Dieses Ausspielen führt zu einer Spirale des Sozialdumpings, wo die Macht der Multis unangetastet ist, dies noch verstärkt durch die Rechtsprimate, die in den neusten Abkommen eingeführt werden sollen. Zudem muss vor Augen geführt werden, dass die Kapitalmengen in internationalen Vermögensverwaltern und Banken explosionsartig zunehmen. Es gibt Vermögensverwalter, deren verwaltetes Kapital inzwischen grösser ist als die meisten Staatsbudgets dieser Welt. Die Ostasiatische Wirtschaftkrise vor wenigen Jahren wurde denn auch durch den Vermögensverwalter George Soros ausgelöst, der mit seinem verwalteten Geld gegen die thailändische Währung spekulierte. Die Thailändische Nationalbank hatte zu wenig Geld, um dagegenzuhalten...

Folgen

IWF und Weltbank

Die Austeritätspolitik der zwei Institutionen, zur Reduktion der Staatsschulden und zur Ermöglichung der Rückzahlung der Schulden bei den Geberländern, hat für Länder der dritten Welt gravierende Folgen: Einschnitte in die Budgets für Gesundheit bewirken eine Erhöhung der Sterblichkeit und einen verminderten Zugang zu Gesundheit. Die Einschränkung der Subventionen für Grundnahrungsmittel bringt Hunger für weite Teile der Bevölkerung. Einschnitte in den Bildungsetat bewirkt langfristige Schädigung des wirtschaftlichen Fortkommens des Landes und fördert die Errichtung eines dualen Bildungssystemes mit guten Privatschulen für Vermögende und notbehelfsmässigen Grundausbildungsgängen für die ärmere Bevölkerung.

Zwang zur Privatisierung: Um die Schulden bezahlen zu können, werden Länder der dritten Welt gezwungen, wichtige Grundversorgungen zu privatisieren, so zum Beispiel das Wasser. Da es sich jedoch um ein natürliches Monopol handelt, auf das die Konsumenten nicht verzichten können, kann das Unternehmen die Preise stark erhöhen, ohne die Leistungen zu verbessern. So geschehen in Moçambique, Benin, Ruanda, Niger, Honduras, Jemen, Ghana, Argentinien, Bolivien, etc. Vielen armen Menschen wird damit der Zugang zu sauberem Trinkwasser verwehrt, was wiederum zu tausenden von Toten führt und jahrzehntelange Bemühungen von Hilfswerken zerstört. Die Unternehmen schneiden sich manchmal nur die profitträchtigsten Stücke aus der Wasserversorgung, die unrentablen bleiben beim Staat. Manchmal erleben Staaten Wasserrevolten, so in Bolivien, wo das Privatunternehmen das Land wieder verlassen musste. Auch in den Industriestaaten funktioniert die Privatisierung des Wassers oft nicht: in London erneuert das zuständige Unternehmen nur 1/1000 der Leitungen pro Jahr, und die Stadt New York hat kürzlich die Wasserwerke wieder verstaatlicht. Es ist immer wieder erstaunlich, dass der IWF und die Weltbank immer nur von unbegründeten Ängsten und mangelnder Information der Bevölkerung redet...

Internetadressen dazu: www.challengeglobalization.org und www.bicusa.org

Besser wäre es, wenn den ärmsten Ländern endlich die Schulden erlassen würden, denn diese wurden oft von Diktatoren angehäuft, für was die heutige Bevölkerung nichts kann. Zudem fliessen heute mehr Schuldzinsen von der 3. in die 1. Welt als Entwicklungshilfe von der 1. in die 3. Welt! Es ist Zeit, dass sich die Christen auch hier für Gerechtigkeit einsetzen und die Toten der verfehlten Weltwirtschaftspolitik zählen und nicht nur die Toten der Abtreibung. In den Bereichen Umwelt, Hunger und Krankheit in der 3. Welt löst der freie Markt keine Probleme, da er sich auf die rentablen Bereiche konzentriert und die Kosten externalisiert.

Was wären nun die Folgen von Abkommen wie dem GATS?

  • In Bereichen, wo kommerzielle Anbieter vorhanden sind, sind keine Subventionen mehr möglich, da dies Marktverzerrend wäre. Betroffen sind zum Beispiel Theater und Filmszene, wie auch die ganze Kultur. Ohne Subvention überlebt nur noch der Business-Anbieter mit Massenunterhaltung.
  • Auch der gesamte öffentliche Sektor müsste langfristig privatisiert werden. Die Chancengleichheit in der Bildung, in der Gesundheit und in der Grundversorgung wäre dahin. Die kommerzielle Anbieter können ihre Angebote auf die kaufkräftigsten Schichten ausrichten und brauchen die anderen nicht oder kaum zu berücksichtigen. Dasselbe Schicksal würde die AHV erleben, denn auch hier kann ein privater Altersvorsorge-Fonds sich Zugang erklagen.

In der Schweiz sind die Konsequenzen der Globalisierung nicht so extrem wie in der 3. Welt, wo?s ans Lebendige geht. Wenn keine Änderung der Weltwirtschaftspolitik eintritt, vor allem in Bereichen der demokratischen Kontrolle in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen, im Zugang zu wichtigen Grundbedürfnissen und in Fragen des Eindringens des Nordens in viele gesellschaftliche Bereiche des Südens, müssen wir wohl oder übel mit vermehrten Kriegen rechnen, meist wohl in Form von Bürgerkriegen.

Widerstand

Seit einigen Jahren formiert sich in allen Teilen der Welt immer mehr Widerstand. Zuerst waren es die Bauern, die gegen die Uruguay-Runde des GATT protestierten, danach immer mehr auch viele NGO?s und eine neue, junge linke Szene, die aber sehr heterogen zusammengesetzt ist. Leider befinden sich darunter auch gewalttätige anarchistische Chaoten, die den Medien und den rechten Regierungen den Vorwand liefern, der Opposition gegen die Globalisierung die Legitimität abzusprechen und sie zu stigmatisieren. Die ganze Bewegung wird dadurch geschwächt. Wir dürfen uns aber dadurch nicht abschrecken lassen. ChristNet will sich im Rahmen der Bewegung ebenfalls engagieren, und verurteilt schärfstens jede Gewalt. Wir wollen dadurch auch bewusst ein Zeichen setzen.

Time-Planning und unser Engagement

Die neuste WTO-Verhandlungsrunde wurde soeben eröffnet. Sie wird etwa drei Jahre dauern.

Das World Economic Forum hätte um den 26. Januar in Davos stattfinden sollen. Aus Sicherheitsgründen wurde es nach New York verlegt. Dem ChristNet ist dieser Weg zu weit...

In Zürich wird wohl trotzdem eine Demonstration erfolgen. Wir müssen beschliessen, ob wir daran teilnehmen wollen.

Im Moment scheint die WTO und auch das IWF resp. die Weltbank eine Maschine zu sein, die nicht zu stoppen ist und ihre zerstörerische Politik weiterverfolgt, bis die Welt nach ihrem Gutdünken umgestaltet ist. Was kann sie stoppen? Was können wir dazu beitragen?

 

 

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